9. Juni 2020 14:32:23 MESZ by Matthias Kehl

Konjunkturpaket mit steuerlichen Maßnahmen

Digital Insider, News

Das kam überraschend: ein gigantisches Konjunkturpaket für den Handel mitten in der Coronakrise – so beschreibt die Bundesregierung die am vergangenen Freitag beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer. Zeitlich befristet auf ein halbes Jahr sinkt vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von sieben auf fünf Prozent. Mit diesem steuerlichen Impuls von rund 20 Milliarden Euro will die Bundesregierung kurzfristig die Binnennachfrage stärken und bei Konsumenten Kaufanreize schaffen. Den Gewinn aus der Mehrwertsteuer-Senkung soll der Handel mit niedrigeren Preisen direkt an seine Kunden weitergeben.

Ob Einzelhändler, Handwerker, Verlage oder Maschinen- und Autobauer – die von der Bundesregierung beschlossene Senkung der Umsatzsteuersätze zum 1. Juli trifft in Deutschland nahezu jedes Unternehmen.

Der Aufwand für die Unternehmen, Preisauszeichnungen und Kassensysteme zu ändern, könnte die positiven Effekte übersteigen. Je nach Unternehmensgröße und technischer Konstellation sind auf verschiedenen Ebenen Umstellungen erforderlich: im ERP, im CRM, im Online-Shop, bei Kassensystemen, in der Finanzbuchhaltung, beim EdiFact-Datenaustausch etc.. Überall, wo Transaktionen ausgeführt werden und Meldungen ans Finanzamt erfolgen, wo mit Mehrwertsteuersätzen kalkuliert, ausgewiesen oder geplant wird, muss technisch justiert werden. Dabei ist die technische Umstellung noch das kleinste Problem. INTEGRA® beispielsweise bereitet die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer kein Problem: In der ERP-Software können Kunden den Satz mit wenigen Handgriffen zu den jeweiligen Stichtagen ändern.

Der hohe administrative Aufwand liegt an ganz anderen Stellen. Es ist nicht realistisch, dass Händler die Preise mit dem Rasenmäher anpassen. Sie müssen für jeden Artikel den Preis neu kalkulieren und vieles neu auszeichnen. Es bleibt also spannend, was tatsächlich beim Konsumenten ankommt.

Richtig kompliziert jedoch wird es bei Waren mit langen Lieferfristen wie beispielsweise Möbeln. Im Februar bestellte Ware wird im Juli ausgeliefert, dann aber zu einem reduzierten Mehrwertsteuersatz. Für Ware die per Vorauskasse bezahlt wurde, muss jetzt eigentlich eine Gutschrift erfolgen. Und im Herbst muss es dann genau anders herum laufen. Da ist aber das Problem für Unternehmen mit INTEGRA® nicht mehr das Gleiche, denn die Änderung zurück auf den alten Satz kann man heute schon hinterlegen.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich dieses Paket tatsächlich auf Handel, Konsumenten und die Wirtschaft insgeamt auswirkt.

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